Bei Braurevolution tut sich einiges

- Die Revolution schreitet voran -

12. Dezember 2015

Der erste Sud

Endlich ist es soweit, der Kälte- und Klimatechniker hat das Haus verlassen – die Gärtanks und die Kühlzelle erledigen endlich ihre Arbeit.

Jetzt kann es losgehen! Der erste Sud steht bevor. Zum Einstig ein Vollbier Hell: untergärig, 12er Stammwürze, Pilsner und Münchner Malz und gehopft mit den Hopfensorten Taurus und Select. Wie nicht anders zu erwarten lief natürlich nicht alles wie geplant. Der erste Doppelsud dauerte knapp 17 Stunden – potential für Verbesserungen im Ablauf reichlich vorhanden. Um 5 Uhr wurde in der Stiftsscheuer eingemaischt  und am Nachmittag die erste Würze der Braurevolution in den Transpottanks gepumpt – wir Brauer sprechen von Ausschlagen. Für uns ein toller Moment, da wir nun endlich produzierten. Abends wurde der Doppelsud angestellt, das bedeutet die Hefe wird  zur Würze hinzugegeben- ab hier spricht man erst von Bier. Ab jetzt wurde es spannend. Von vielen anderen kleinen Brauereien die zum ersten Mal gebraut haben, hatten wir erfahren, dass der erste Sud sauer wurde. Ein saurer Sud bedeutet, dass es irgendeine Infektion mit z.B Essigsäure- oder Milchsäurebakterien gab. Die ersten zwei Wochen im Lagertank waren vorüber- jetzt war es an der Zeit den ersten Sud zu verkosten.  Durch den Zwickel flossen die ersten Liter Aufruhr – unser Vollbier Hell. Geruchsprobe, Geschmacksprobe und zwei lächelnde Brauer. Nicht sauer und schon verdammt gut für ein unfertig gereiftes Bier, um Felix zu zitieren „ des isch es“. Ein weiterer Test eine Woche später zusammen mit Marcs Verwandten bestätigte unser Vorhaben: Menschen mit Bier glücklich machen!

Zum Wohle,

Marc


12. Dezember 2015

Erste Malzlieferung:

Da ist sie, die erste Malzlieferung – die „Seele des Bieres“. Überzeugt von der Qualität und der Produktvielfalt der Weyermann® Malzfabrik haben wir uns für eine Zusammenarbeit mit ihnen entschieden. Mit einer Produktpalette von über 85 Malzen bietet Weyermann® uns die Möglichkeit  endlos viele unterschiedliche Biere zu kreieren.

Mittwochmittag  14:45: ein gelb-roter LKW biegt in die Wellinger Straße ein und parkt auf unserem Parkplatz vor dem Laden. Ein älter Herr steigt aus und begrüßt uns herzlichst mit den Worten: „Servus, i bin der Manfred, nennst mich Manni“. Gemeinsam mit Manni luden wir unsere Bestellung ab: 4 Paletten voll mit den verschiedensten Malzen. Anschließend wurden die 160 Malzsäcke mit voller „Brauer-Power“ in unser Malzlager getragen und sortiert. Dort werden ab sofort die Malzschüttungen für unsere Bierspezialitäten vorbereitet und abgewog


12. Dezember 2015

Lagertanks

Freitagmorgen, 7:00 Uhr : Die Spedition rollt heran, ein 40-Tonner beladen mit unseren Lagertanks fährt vor den Laden. Da wir keinen Gabelstapler haben, mussten wir mal wieder anpacken. Zusammen mit dem Fahrer und unseren Freunden Lukas und Adde luden wir die 8 Tanks vom LKW. Die Muskeln brannten! Wir schauten etwas skeptisch, als die Tanks so vor uns standen: „passen die überhaupt alle in das Kühlhaus?“  Eine Stunde später die Erleichterung, alle Tanks haben einen Platz im Kühlhaus, unserem künftigen Lagerkeller, gefunden. Edelstahl ist total sexy!


12. Dezember 2015

Wie alles begann

Da saßen wir nun mit dem frisch unterschriebenen Mietvertrag und den neuen Schlüsseln in der Hand, in dem Wohnzimmer unserer Vermieterin- eine rüstige Dame vom alten Schlag. Uns beiden wurde bewusst, jetzt wird es ernst, wir haben unseren eigenen Laden. Vor einem halben Jahr träumten wir noch davon, doch jetzt holte uns die Realität ein. Wir arbeiteten gemeinsam in einer Stuttgarter Gasthausbrauerei, beide mit dem Ziel, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen. Wir scherzten ab und an rum – „komm lass was Eigenes zusammen machen“. Irgendwann setzen wir uns gemeinsam vor den Computer und fingen an ein bisschen im Internet zu stöbern, mit dem Ergebnis „Hey das Ganze ist machbar“. Nachdem wir unsere alte Arbeitsstelle aufgegeben hatten lag unser Fokus voll auf unserem Ziel: eine eigene Brauerei, Biere nach dem eigenen Geschmack herstellen und damit andere Menschen zu beglücken. Die Idee unseres Vorhabens verbreitete sich sehr schnell und wir bekamen positive Resonanz von vielen unterschiedlichen Seiten, was uns nochmal bestärkte an unserem Traum festzuhalten. Auf dem Weg zur eigenen Firma erhielten wir immer wieder Unterstützung von Menschen, die von uns erfahren haben und denen es Freude gemacht hat  mit uns zusammen zu arbeiten. Danke nochmals an alle!

Am Tag nach der Schlüsselübergabe gingen wir voller Motivation in „den Laden“ um erst einmal alles zu vermessen, Planung ist doch angeblich das A und O. Doch wir waren voller Tatendrang und  fuhren stattdessen den Anhänger, voll beladen mit unserer Kühlzelle auf den Parkplatz vor der Eingangstüre. Eine kurze Whatsapp-Nachricht und unsere Kumpel s standen bereit um beim Abladen der schweren Bauteile zu helfen. Am nächsten Tag machten wir uns  an die Arbeit die Kühlzelle aufzubauen- schnell stellten wir fest, dass sie für den vorgesehen Platz zu groß war- so viel zum Thema vorher ausmessen. Doch ein neuer Platz war schnell gefunden und stellte sich im Nachhinein als praktischer heraus. Jetzt konnte der Renovierungsmarathon beginnen- zwei Wochen mit wenig Schlaf und schmerzende Hände standen uns bevor. Zusammen mit unseren fleißigen Helfern fliesten wir die Wände, strichen den kompletten Raum, zogen Stromkabel, legten Wasserleitungen, verlegten Abwasserrohre  und nicht zu vergessen: putzen, putzen, putzen. Nochmals vielen Dank an alle freiwilligen Biervernichter und Bauhelfer.